Zugelassene Produkte ab Herbst 2017 auf dem Markt verfügbar

Berlin – Die Gesellschafter der gematik haben am 1. Juni 2017 die Freigabe für den Online-Produktivbetrieb erteilt. Das ist das Signal für die Industrie, ihre Geräte für das europaweit größte Telematikprojekt auf Grundlage der bereitgestellten Kriterien zu finalisieren.

„Wir sind glücklich über diesen Meilenstein, der die Basis für den bundesweiten Rollout der Telematikinfrastruktur ist. Auf diesen Tag haben wir – gemeinsam mit allen Gesellschaftern und in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – hingearbeitet. Jetzt ist die Industrie am Zuge, ihre Produkte zur Zulassung einzureichen. Wir von der gematik stehen bereit“, so Alexander Beyer, Geschäftsführer der gematik.

Die mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte betraute gematik hat die Architektur der Telematikinfrastruktur sowie Sicherheits- und Betriebskonzepte festgelegt, sämtliche Spezifikationen definiert und die notwendigen Zulassungsverfahren für die zentral und dezentral betriebenen Produkte und Dienste etabliert. Basierend darauf entwickelt die Industrie Produkte wie den Konnektor und das E-Health-Kartenterminal, die die sichere Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte gewährleisten. Bevor die Geräte eingesetzt werden dürfen, müssen diese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert und anschließend von der gematik zugelassen werden. Voraussichtlich ab Herbst 2017 werden die ersten zugelassenen Produkte auf dem Markt verfügbar sein.

Die Einführung der Telematikinfrastruktur beginnt mit der Umsetzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM) inklusive eines sicheren Internetservices (SIS) sowie bereits bestehender Onlineanwendungen. Die Erfahrungen aus der Erprobung werden dabei einfließen. Beim VSDM werden die Versichertenstammdaten online überprüft und – wenn nötig – aktualisiert. Eine Eingabe per Hand ist nicht mehr nötig. Im zweiten Schritt kommen die Qualifizierte Elektronische Signatur, mit der Ärzte Dokumente rechtssicher unterzeichnen können, und die gesicherte elektronische Kommunikation zwischen den Leistungserbringern hinzu.

 

Quelle: gematik.de

Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Krankenhäuser sollen künftig bei der technischen Ausstattung ihrer Einrichtung zwischen verschiedenen Produktanbietern wählen können. Die gematik hat deshalb die österreichische Firma „Research Industrial Systems Engineering” (RISE) Forschungs-, Entwicklungs- und Großprojektberatung GmbH beauftragt, einen Konnektor für den bundesweiten Online-Produktivbetrieb zu entwickeln. Ziel ist es, im 1. Quartal 2018 – neben den bereits für den Online-Rollout (Stufe1) beauftragten Konnektoren – einen weiteren Konnektor auf dem Markt zur Verfügung zu stellen.

Mit dem RISE-Konnektor beauftragt die gematik ein weiteres kompatibles Produkt der Telematikinfrastruktur und zielt auf eine künftige Marktvielfalt ab. Das heißt, Praxen und Krankenhäuser sollen sich bei der erforderlichen technischen Ausstattung ihrer Einrichtung nicht auf Produkte wie beispielsweise Kartenterminal, Praxisverwaltungssystem und VPN-Zugangsdienst von einem einzelnen Hersteller festlegen müssen. Sie können sich für verschiedene Hersteller entscheiden.

Zusatzinformation zum Konnektor

Die Anbindung an das digitale Netzwerk des deutschen Gesundheitswesens erfordert ein neues Bauteil, den Konnektor. Er verbindet die Praxis- bzw. Krankenhaus-IT-Systeme mit der Außenwelt, der „Telematikinfrastruktur“. Es handelt sich um eine Art Router, ähnlich einem DSL-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Der Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) her, das es ermöglicht, elektronische Anwendungen unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom sonstigen Internet zu nutzen. Daneben erfüllt der Konnektor noch andere Sicherheitsaufgaben, beispielsweise die Verschlüsselung und die qualifizierte elektronische Signatur von Dokumenten.

Quelle: gematik.de

Die KBV und GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Finanzierung der Komponenten zum Online Rollout der Telematikinfrastruktur geeinigt. Neben der Erstausstattung wurden auch Beträge für den den laufenden Betrieb festgelegt.

Das zentrale Netz der Telematikinfrastruktur (TI) mit seinen Bestandteilen steht seit dem vergangenen Jahr für die Erprobung, den Online-Rollout Stufe 1 (ORS1), bereit. Im November 2016 ist die Erprobungsphase, zunächst mit 23 friendly user - Praxen, gestartet. Mittlerweile ist die erste Stufe der VSDM-Erprobungsphase erfolgreich abgeschlossen. In nächsten Jahr wird die Erprobung mir Online-Rollout Stufe 2 (ORS2) fortgesetzt.

Erste Ärzte und eine Klinik in der Testregion Nordwest gehen ans Netz

Die gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH hat die Pilotphase für das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) begonnen. In der Testregion Nordwest (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) werden zunächst 23 niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten sowie ein Krankenhaus angeschlossen.

Die gematik hat das bislang vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS betriebene Deutsche Telemedizinportal übernommen.

Diese Umstellung erfolgt in Vorbereitung auf den gesetzlichen Auftrag (§291e SGB V) an die gematik, ein Informationsportal zu erstellen, das u.a. die Inhalte des Telemedizinportals enthält. Das Telemedizinportal stellt derzeit Informationen über 213 Projekte und Anwendungen aus dem Umfeld der Telemedizin zur Verfügung, die nun sukzessive aktualisiert und ergänzt werden. Das Portal ist ab sofort unter der Adresse https://telemedizinportal.gematik.de erreichbar. Die alte Adresse http://telemedizin.fokus.fraunhofer.de verliert somit seine Gültigkeit.

Das Telemedizinportal ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes des Bundesministeriums für Gesundheit, das mit dem ausdrücklichen Ziel entwickelt wurde, einen möglichst vollständigen Überblick zu den in Deutschland existierenden telemedizinischen Anwendungen und Projekten zu bekommen und zu erhalten.

Quelle: gematik

Die wissenschaftliche Evaluation wird im Rahmen der Erprobung die Akzeptanz und Praxistauglichkeit bei den Anwendern (Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten sowie Krankenhäuser) sowie die Auswirkungen der Einführung von Anwendungen und Basisdiensten auf Prozesse und Strukturen in den Institutionen der Anwender analysieren und begleiten.

Der GKV-Spitzenverband und die Gesellschafter der Leistungserbringerorganisationen haben nun jeweils ein Mitglied für die Schlichtungsstelle benannt.

In einem Zeitraum von sechs Monaten werden ab Juni 2016 Ärzte aus der Region Münster und Umgebung für rund 4000 Patienten Notfalldatensätze anlegen. An dem Test nehmen 32 Hausärzte und Internisten zusammen mit Kollegen am Universitätsklinikum Münster teil. Gestern kamen sie zu einer ersten Informationsveranstaltung zusammen.

Die Arbeitsgruppe „Elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge“, bestehend aus Vertretern der Landesregierung, der gesetzlichen Krankenkassen, der Kommunen sowie der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung hat am 13. Januar 2016 ihre Verhandlungen über die Inhalte und den Text einer rheinland-pfälzischen Rahmenvereinbarung abgeschlossen.

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